Prüfungen

Prüfung zum Industriefachwirt

Wie die Prüfung zum Industriefachwirt abläuft: Teile, Reihenfolge, Bewertung und Wiederholung.

Die Prüfung zum Industriefachwirt ist kein einzelnes Ereignis, sondern eine Serie von Prüfungsleistungen über sechs bis zwölf Monate. Sechs Teile, zwei Formate, ein Abschluss. Diese Seite zeigt, wie alles zusammenhängt – von der Anmeldung bis zum Bestehen.

Die sechs Prüfungsleistungen

Der gesamte Prüfungsprozess besteht aus sechs separat zu bewertenden Leistungen.

Leistung 1: Schriftliche Prüfung Wirtschaftsbezogene Qualifikation. Eine integrierte Aufgabe, die die fünf Handlungsbereiche des allgemeinen Blocks verbindet. Bearbeitungszeit meist 240 bis 300 Minuten. Typische Inhalte sind Kostenrechnung, Rechtsfragen, betriebswirtschaftliche Entscheidungsmodelle.

Leistungen 2 bis 4: Schriftliche Prüfungen Handlungsspezifische Qualifikation. Drei getrennte Klausuren zu den Bereichen der industriespezifischen Inhalte. Bearbeitungszeit jeweils 90 bis 180 Minuten.

Leistung 5: Situationsbezogenes Fachgespräch. Auf Basis einer praxisnahen Problemstellung wird ein Gespräch mit dem Prüfungsausschuss geführt. Dauer typischerweise 30 bis 45 Minuten plus Vorbereitung.

Leistung 6: AdA-Prüfung. Schriftlich (60 Fragen) und praktisch (Ausbildungssituation).

Reihenfolge und zeitlicher Ablauf

In den meisten Lehrgängen ist die Reihenfolge fest: zuerst die wirtschaftsbezogene Qualifikation, dann die handlungsspezifischen schriftlichen Prüfungen, später das Fachgespräch, parallel oder am Ende die AdA.

Zwischen den Teilen liegen meist vier bis acht Wochen. Die Gesamtprüfungszeit reicht von sechs bis zwölf Monaten.

Bewertung und Bestehen

Jeder Teil wird für sich bewertet. Noten folgen der Punkteskala 100 bis 0, umgerechnet in Schulnoten von 1 bis 6.

Bestanden ist ein Teil mit mindestens 50 Punkten (ausreichend). Wer in einem Teil weniger erreicht, hat diesen Teil nicht bestanden und muss ihn wiederholen.

Wichtig: Eine Kompensation zwischen den Teilen ist weitgehend ausgeschlossen. Ein ausgezeichnetes Ergebnis in der Produktionsplanung kann ein Durchfallen in der wirtschaftsbezogenen Qualifikation nicht ausgleichen.

Beim Fachgespräch gilt zusätzlich: Die mündliche Leistung fließt mit Gewicht in die Gesamtnote der handlungsspezifischen Qualifikation ein.

Die Gesamtnote

Aus den bestandenen Teilen wird eine Gesamtnote gebildet. Die handlungsspezifische Qualifikation hat das größte Gewicht, gefolgt von der wirtschaftsbezogenen Qualifikation und der AdA.

Wiederholung bei Nichtbestehen

Bei Nichtbestehen kann jeder Teil zweimal wiederholt werden – insgesamt also bis zu drei Versuche pro Teil. Wiederholungen müssen innerhalb von fünf Jahren erfolgen, sonst verfallen bestandene Teile.

Die Wiederholung ist kostenpflichtig, aber günstiger als der erste Versuch. Wer nur einen Teil wiederholen muss, zahlt nur für diesen Teil.

Bestehensquoten und Schwerpunkte

Die Bestehensquoten liegen im Durchschnitt bei 65 bis 75 Prozent im ersten Anlauf. Die einzelnen Teile unterscheiden sich.

Die wirtschaftsbezogene Qualifikation hat eine klare Prüfungslogik, ist aber zahlenlastig und umfangreich. Die handlungsspezifischen Klausuren sind kürzer, aber spezifischer – wer die Praxis mitbringt, ist im Vorteil.

Das Fachgespräch hat eine der niedrigeren Bestehensquoten, weil die mündliche Situation unter Druck besondere Anforderungen stellt.

Die AdA wird von den meisten Teilnehmern problemlos bestanden.

Anmeldung und Organisation

Die Anmeldung zur Prüfung erfolgt über die zuständige IHK. Anmeldefristen liegen etwa drei bis vier Monate vor dem Prüfungstermin. Die Prüfungsgebühr beträgt je nach IHK 400 bis 700 Euro für den vollständigen Satz.

Was am Prüfungstag zählt

Am Prüfungstag zählen drei Dinge: Inhaltliche Vorbereitung, Prüfungstechnik und Nervenmanagement. Die inhaltliche Vorbereitung ist das Fundament. Die Prüfungstechnik (Zeitmanagement, Aufgabenanalyse, Struktur der Antworten) wird in guten Lehrgängen explizit geübt. Das Nervenmanagement ist individuell.

Häufige Fragen

Kann ich einen Teil überspringen?

Nein. Alle Leistungen sind verpflichtend.

Wer sitzt im Prüfungsausschuss?

Drei bis fünf Personen aus Industrie, Schule oder Kammer.

Was passiert, wenn ich krank werde?

Bei ärztlichem Attest wird der Prüfungstermin verschoben, ohne dass es als Fehlversuch zählt.

Kann ich Unterlagen mit in die Prüfung nehmen?

Nur die erlaubten Hilfsmittel – meist Taschenrechner und unkommentierte Gesetzestexte.

Nächster Schritt

Wann die Prüfungen stattfinden und wie du dich rechtzeitig anmeldest, erfährst du auf der Seite Prüfungstermine Industriefachwirt.